Die Neuraltherapie ist ein Verfahren, bei dem ein örtlich wirkendes Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) in sehr kleinen Mengen gezielt in bestimmte Körperbereiche injiziert wird.  Die Behandlung wird insbesondere bei Schmerzen und bestimmten funktionellen Beschwerden eingesetzt. Durch den gezielten Reiz bzw. die lokale Wirkung des Medikamentes soll die Reizverarbeitung von Nerven beeinflusst und dadurch eine Linderung der Beschwerden erreicht werden.   Die Neuraltherapie kann je nach Beschwerden beispielsweise an schmerzhaften Muskel- und Gewebebereichen, an bestimmten Nerven oder in deren Umgebung angewendet werden. Bei speziellen Behandlungen können auch sogenannte „Störfelder“ behandelt werden, welche diverse Beschwerden auslösen können.  Wie läuft eine Neuraltherapie ab?  Vor der Behandlung findet ein ausführliches Gespräch statt. Dabei werden Ihre Beschwerden, Vorerkrankungen, etc.  besprochen. Mit einer feinen Nadel wird eine kleine Menge des Lokalanästhetikums in das ausgewählte Gewebe injiziert.  Die Behandlung selbst dauert meist nur wenige Minuten. Je nach Beschwerdebild können mehrere Behandlungen erforderlich sein.  Die Anzahl und Häufigkeit der Behandlungen wird individuell festgelegt und richtet sich unter anderem danach, wie Sie auf die Behandlung reagieren.  Was spüre ich während der Behandlung?  Beim Einstich kann es kurzzeitig zu einem leichten Stechen oder Brennen kommen. Je nach Injektionsstelle können anschließend ein Wärmegefühl, Druck, eine vorübergehende Taubheit oder ein leichtes Spannungsgefühl auftreten.  In manchen Fällen kann die behandelte Region vorübergehend weniger empfindlich sein.  Welche Nebenwirkungen können auftreten?  Wie bei jeder Injektion können Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören beispielsweise:  - Schmerzen oder Brennen an der Einstichstelle - kleine Blutungen oder Blutergüsse - Rötung oder leichte Schwellung - vorübergehende Taubheit oder ein verändertes Gefühl - vorübergehende Kreislaufbeschwerden oder Schwindel  Bei der Anwendung von Lokalanästhetika sind außerdem selten Nebenwirkungen möglich, wenn das Medikament versehentlich in ein Blutgefäß gelangt oder zu viel Wirkstoff aufgenommen wird. Mögliche Beschwerden können beispielsweise Herzklopfen, Kribbeln, Schwindel, Unruhe oder andere neurologische bzw. Herz-Kreislauf-Symptome sein.  Je nach Injektionsort bestehen weitere, spezielle Risiken. Diese werden Ihnen vor der jeweiligen Behandlung erklärt.  Wann darf oder sollte keine Neuraltherapie durchgeführt werden?  Bitte informieren Sie uns vor der Behandlung, wenn Sie:  - Blutverdünner einnehmen oder unter einer erhöhten Blutungsneigung leiden - an einer schweren Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden - schwanger sind oder eine Schwangerschaft vermuten - eine akute Infektion oder Hautentzündung an der vorgesehenen Injektionsstelle haben - andere relevante Erkrankungen haben oder regelmäßig Medikamente einnehmen  Was sollte ich nach der Behandlung beachten?  Nach der Behandlung sollten Sie Ihren Körper beobachten und sich bei Bedarf etwas Ruhe gönnen.  Bei einer vorübergehenden Taubheit oder verminderten Empfindlichkeit sollten Sie die betroffene Region vor Verletzungen oder starker Hitze schützen, bis das Gefühl vollständig zurückgekehrt ist.  Wichtig  Bitte informieren Sie uns vor jeder Behandlung über Veränderungen Ihres Gesundheitszustandes und über neu eingenommene Medikamente.  Sie können jederzeit Fragen stellen. Die Behandlung erfolgt nur nach vorheriger Aufklärung und Ihrer freiwilligen Zustimmung.  Die Neuraltherapie ist eine IGeL-Leistung, d.h. die Kosten müssen vom Patienten selber getragen werden.